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Neue Studie zu Anpassung an den Klimawandel nun auch online
Die Studie "Angepasste Landwirtschaft in Zeiten des Klimawandels" von Sandra Blessin wurde am 2.12.2009 im GIGA-Forum in Hamburg vorgestellt.
Ab sofort kann die Studie als Druckversion für 8 € zzgl. Versandkosten bestellt werden (info@bukoagrar.de) oder kostenlos hier direkt heruntergeladen werden.
Einleitung der Studie:
Klimawandel stellt die Landwirtschaft vor neue Herausforderungen. Extremwetterereignisse wie Stürme, Überflutungen und Dürren sowie der Anstieg des Meeresspiegels vernichten bereits heute weltweit Ernten und fruchtbares Ackerland. Langfristig führt der Klimawandel zur Verschiebung der Anbauzonen und erheblichem Wassermangel. Im Hinblick darauf sind Strategien der Anpassung an den Klimawandel in der Landwirtschaft zwingend notwendig. Derzeit werden jedoch vor allem technische Lösungen ins Feld geführt: Dürreresistente oder fluttolerante Sorten, erhöhter Düngemitteleinsatz, Erschließung zusätzlicher Bewässerungssystemen etc. Selten wird der Ruf laut nach dem zu schauen, was die Bauern vielerorts schon seit Jahrzehnten betreiben, um sich vor Extremwetterereignissen und unvorhergesehenen Dürreperioden zu schützen: Eine besonders große Vielfalt an Arten und Sorten anzupflanzen oder Tierrassen zu halten. Denn eine große Vielfalt erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass nicht die gesamte Ernte zerstört wird, sondern nur ein Teil. Eine Vielfalt an Nutzpflanzen und Nutztierarten wirkt wie eine Versicherung, welche die Natur quasi zum Nulltarif anbietet.
Die Forderung nach dem Schutz der Agrobiodiversität ist nicht neu. Seit 1900 sind 75 Prozent aller Pflanzensorten verloren gegangen.
Im Zusammenhang mit dem Klimawandel erhält die biologische Vielfalt von Pflanzen und Tieren in der Landwirtschaft nun eine ganz neue Bedeutung. Denn genauso wie die Vielfalt der wildlebenden Pflanzen und Tiere ist auch die Vielfalt der Anbaupflanzen und Nutztiere durch den Klimawandel bedroht. Bedroht sind sie allerdings nicht nur aufgrund klimatischer Veränderungen, sondern auch durch eine Politik, die auf einzelne Sorten als optimale Anpassungsstrategie setzt, statt die Vielfalt des Anbaus als solche zu fördern. Dabei ist die Agrobiodiversität ein Schlüssel, damit Menschen in Nord und Süd mit den Folgen des Klimawandels umgehen können. Besondere Bedeutung bekommt dieser Schlüssel auch dadurch, dass die Förderung der Agrobiodiversität weltweit - und so auch für den Kleinbauern in den Philippinen oder anderen Entwicklungsländern - das vielleicht erschwinglichste Mittel zur Anpassung ist und damit das realistischste. Die Forderungen nach höheren Ausgaben für die ländliche Entwicklung in Entwicklungsländern sind begründet, ebenso der Ruf nach erhöhten Zahlungen in die Anpassungsfonds. Doch solange dies nicht in einer Art und Weise erfolgt, die die Menschen vor den Folgen des Klimawandels ausreichend schützt und solange nicht abzusehen ist, dass dieses Geld auch den größten Teil der Bevölkerung der Länder, die am meisten unter dem Klimawandel zu leiden haben, erreicht, macht es Sinn auf realisierbare Anpassungsstrategien zu setzen, die sich über Jahrhunderte bewährt haben und gleichzeitig auf die Zukunft gerichtet sind. Es ist ermutigend auf die Projekte und Zusammenschlüsse zu schauen, die aus eigener Kraft unabhängig von Saatgut- und Düngemittelindustrie ihre eigene Überlebensstrategie gewählt haben und die letztlich von der Natur abgeguckt ist: Die Agrobiodiversität.
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